Die barocke Pfarrkirche von Großwilfersdorf wurde in den Jahren 1674 bis 1682 in zwei Etappen erbaut. Sie ist dem hl. Patrizius geweiht. Der Heilige gilt als der Apostel Irlands und war ein bedeutender Missionar. Er starb 461. Die iro-schottischen Mönche brachten seine Verehrung in die deutschsprachigen Länder und nach Amerika (St.Patricks-Kathedrale in New York). Das Patronizium wird am 4. Fastensonntag unter großer Volksbeteiligung gefeiert. Als 2. Patron wird die hl. Dreifaltigkeit gefeiert.
Die Pfarrkirche entstand aufgrund der alleinigen Initiative der Bauern, die 1674 beschlossen, die Verehrung der Hl. Dreifaltigkeit eine eigene Dorfkirche zu errichten. Die Bauern brachten das notwendige Kapital auf und wirkten auch tatkräftig an der Ausführung des Baues mit. Unter anderem brannten sie auch die Mauer- und Dachziegel selbst, was auf die Missbilligung Graf Wildensteins stieß, der in Kalsdorf eine Ziegelbrennerei betrieb. Aus Angst vor Gewinnverlusten, ließ er den Brennofen der Bauern kurzerhand zerstören. Dennoch schritt die Arbeit am Kirchenbau voran; 1703 konnte - dank der Stiftung eines Wiener Bürgers - der alte hölzerne Glockenturm, der die Gemeinde bei Gefahren warnte, durch einen gemauerten Kirchenturm ersetzt werden.
Die barocke Pfarrkirche wurde in den Jahren 1674 bis 1683 erbaut und 1754 zur Pfarre erhoben. Der Bau wurde im 18.Jahrhundert in der Ost-West-Richtung erweitert und 1976/77 gesamtrenoviert. Der 1674 errichtete Chor besteht aus einem quadratischen Joch mit einem achtteiligen Gratgewölbe auf Pilastern und einem 3/8-Schluss. Das Langhaus wurde laut Bauinschrift in den Jahren 1682 bis 1683 errichtet und weist drei quereckige Joche mit Kreuzgratgewölben und Gurten mit vertiefter Feldergliederung auf Pilastern auf.
1702 wurde im Osten ein quadratischer Turm mit offener Turmhalle und einem gebrochenen Pyramidenhelm vorgesetzt. An seiner Vorderseite ist ein Fresko mit der Darstellung der Hl. Dreifaltigkeit angebracht, das aus dem 18. Jahrhundert stammen könnte. Ein weiteres Fresko wurde im Jahre 1951 geschaffen und zeigt eine Anbetung des Pratrizius (der irische Mönch erklärte den Heiden die Dreifaltigkeit anhand eines dreiblättrigen Kleeblatts). An der Nordseite befindet sich die Sakristei mit einer Empore aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die eine geschwungene Brüstung zum Chor aufweist. Beachtenswert ist die einfache, auf zwei Steinsäulen ruhende Orgelempore. Der Hochaltar und der linke Seitenaltar wurde im neobarocken Stil gegen Ende des 19.Jahrhunderts geschaffen. Der Hochaltar zeigt ein interessantes Altarblatt mit der Darstellung der Dreifaltigkeit aus dem 3.Viertel des 18.Jahrhunderts, von dem Wiener Akademiemaler Carl Aigen signiert. Der rechte Seitenaltar ist mit einem Patriziusbild aus dem 2.Viertel des 18.Jahrhunderts versehen. Aus derselben Zeit stammen die einfache Kanzel mit der Figur des Guten Hirten , eine Figur des Hl.Patrizius und des Wieser Geißelchristus sowie ein steinernes Taufbecken mit Pfeifenmuster. Unter einer Statue des dornengekrönten Heilands befindet sich die Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.
Bemerkenswert ist auch ein Grabstein aus dem Jahre 1756. Die alte Orgel aus dem Jahre 1905 wurde 1982 durch eine neue aus der Werkstatt des Grazer Orgelbaumeisters Franz Schöninkle ersetzt.
Nachdem nach nur rund 25 Jahren Probleme mit der 'neuen' Orgel auftraten, wurde nach mehreren erfolglos gebliebenen Reparaturen abermals der Ruf nach einem neuen, dem Kirchenraum angemessenen und adäquaten, Instrument laut.
Durch den beherzten Einsatz vieler Großwilfersdorfer und -innen, sowie durch die Unterstützung seitens der Großwilfersdorfer Wirtschaft, der Gemeinde, vieler Vereine und der Pfarrgemeinde, konnte 2009 das Werk Schöninkles ersetzt werden.
Die nunmehr von der Pfarrkirche beherbergte Orgel stammt aus der renommierten Orgelbauwerkstatt Pflüger (Vorarlberg) und besitzt 14 klingende Register.
Am Dreifaltigkeitssonntag des Jahres 2009 konnte sie im Rahmen eines Festgottesdienstes zum Pfarrfest, zelebriert von s. E. Weihbischof Dr. Franz Lackner OFM, unter großer Teilnahme der Bevölkerung feierlich geweiht werden
Pfarrverband
Die Pfarrgemeinde Großwilfersdorf gehört dem Pfarrverband Ilz an und wird von Dechant Peter Rosenberger und Kaplan Josef Windisch betreut.
Kontakt für Termine bei Begräbnissen, Hochzeiten und Taufen:
Frau Josefa Bauer, Tel. 03385 / 417
Heilige Messen:
Samstag
18:30 Uhr bei Sommerzeit (18:00 Uhr bei Winterzeit)
Sonntag
9:20 Uhr Rosenkranz
9:45 Uhr Hl. Messe
Vorsitzende des Pfarrgemeinderates:
Roswitha Maurer
8263 Großwilfersdorf 51
Pfarrkirche Hl. GEORG
Die Pfarrkirche Hainersdorf wurde erstmals im Jahre 1197 urkundlich erwähnt. Es ist dies die in den Jahren 1183 bis 1188 geweihte Kirche, die das Stift Seckau auf dem Boden einer nach Eigenbesitzerrecht errichteten Gutshofkapelle gebaut hatte. Die Kirche besaß von Anfang an pfarrliche Rechte, wurde aber 1211 der Hauptpfarre Waltersdorf unterstellt. Laut einer Inschrift an der Westfassade erfolgte 1668 unter Pfarrer Michael Vierhuber ein vollständiger Neubau; 1971 wurde die Kirche innen und außen restauriert. Die Kirche war früher ein Marienwallfahrtsort – „Maria im Rothgmoos, Heil der Kranken“.
Das Langhaus mit drei kreuzgratgewölbten querrechteckigen Jochen ist mit Gurten über flachen Wandpfeilern gegliedert. Eine lebhaft geschwungene Orgelempore auf zwei Säulen mit einer reich stukkierten Brüstung stammt aus dem 3. Viertel des 18. Jahrhunderts. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde an der Nordseite des Langhauses ein seitenschiffartiger Anbau mit darüber liegendem Emporen, die sich gegen das Schiff hin öffnen, errichtet. Der Dachstuhl und die Westfront mussten damals verbreitert werden, wodurch das Westportal aus der Mitte rückte. Im Osten wurde ein quadratischer Turm mit Zwiebelhaube angebaut.
Die qualitätsvolle Einrichtung der Kirche stammt im wesentlichem aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Hochaltar mit Säulenaufbau und reichem Figurenschmuck vom Bildhauer Josef Hilt ist an der Rückseite mit 1750 datiert; die am Tabernakel angebrachte Kultstatue „Maria Heil der Kranken“ wurde laut Inschrift 1714 in Mariazell geweiht. Der linke Seitenaltar zeigt eine Statue der Maria Immaculata; der rechte ist ein Schutzengelaltar. Bei der Renovierung der Kirche wurden hinter den Seitenaltären zwei kleine Votivbilder aus den Jahren 1758 und 1765 gefunden. Sie stammen noch aus der Zeit des einstigen Wallfahrtsortes. Die Kanzel mit Christus und den Evangelistensymbolen am Schalldach wurde laut einer Urkunde im Jahre 1743 errichtet und ist Josef Hilt zugeschrieben. Einige bemerkenswerte Skulpturen stammen aus der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts, darunter eine Figur des Hl. Antonius von 1727, Statuen des Johann Nepomuk und des Joseph sowie ein Kruzifix. Die spätbarocke Orgel aus der 2. Hälfte des Jahrhunderts wurde 1973 restauriert. Interessant ist auch ein altes steinernes Taufbecken mit Pfeifenmuster und Balusterfuß aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Außen an der Westfassade der Kirche ist ein Römerstein vom Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. eingemauert, dessen Inschrift besagt: „Titus Flavius Maximianus noch bei Lebzeiten sich und der lebenden Gattin Julia Respecta und dem Sohn Titus Flavius Maximus, Soldaten der 14. Doppellegion, 27 Jahre alt“.
Die Kirche und den alten Friedhof umgibt eine niedrige Nischenmauer als Rest einer ehemaligen Wehrmauer.
Der Pfarrhof neben der Kirche wurde laut Inschrift 1693 erbaut und 1792 renoviert.
Mariensäule:
Sie wurde 1711 aufgrund eines Gelübdes der Herrin von Feistritz errichtet, da 1704 Obgrün und Schloss Feistritz von den Kuruzzen verschont geblieben waren. Die Säule wurde 1961 renoviert und dabei mit bemalten Fliesen mit Heiligendarstellungen versehen. Letzte Renovierung 2015 mit dem dazu gehörigen Dorfplatz.
Pfarrverband
Die Pfarrgemeinde Großwilfersdorf gehört dem Pfarrverband Ilz an und wird von Dechant Peter Rosenberger und Diakon Herbert Pendl betreut.
Heilige Messen:
Sonntag
08:30 Uhr Hl. Messe
Vorsitzende des Pfarrgemeinderates:
Anton Lang
8264 Hainersdorf 99